Veröffentlicht am 16. September 2015 · Veröffentlicht in Familienrecht

Wer einen sogenannten „dynamischen“ Unterhaltstitel hat, bekommt seit August 2015 automatisch mehr Kindesunterhalt. Oft wird es von den Zahlungspflichtigen übersehen oder ignoriert: in diesem Fall verfassen Sie ein kurze schriftliche Aufforderung!

Stand: 01.08.2015

DÜSSELDORFER TABELLE 1

 

A. Kindesunterhalt

 

Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen
(Anm. 3, 4)
Altersstufen in Jahren
(§ 1612 a Abs. 1 BGB)
Prozentsatz Bedarfskontroll-
betrag
(Anm. 6)
0 – 5 6 – 11 12 – 17 ab 18
Alle Beträge in Euro
1. bis 1.500 328376440504100880/1080
2. 1501 – 19003453954625301051180
3. 1901 – 23003614144845551101280
4. 2301 – 27003784335065801151380
5. 2701 – 31003944525286051201480
6. 3101 – 35004204825646461281580
7. 3501 – 39004475125996861361680
8. 3901 – 43004735426347261441780
9. 4301 – 47004995726697671521880
10. 4701 – 51005256027048071601980
ab 5.101 nach den Umständen des Falles

Anmerkungen:

1.
Die Tabelle hat keine Gesetzeskraft, sondern stellt eine Richtlinie dar. Sie weist den monatlichen Unter-haltsbedarf aus, bezogen auf zwei Unterhaltsberechtigte, ohne Rücksicht auf den Rang. Der Bedarf ist nicht identisch mit dem Zahlbetrag; dieser ergibt sich unter Berücksichtigung der nachfolgenden Anmerkungen.

Bei einer größeren/ geringeren Anzahl Unterhaltsberechtigter können Ab- oder Zuschläge durch Einstufung in niedrigere/höhere Gruppen angemessen sein. Anmerkung 6 ist zu beachten. Zur Deckung des notwendi-gen Mindestbedarfs aller Beteiligten – einschließlich des Ehegatten – ist gegebenenfalls eine Herabstufung bis in die unterste Tabellengruppe vorzunehmen. Reicht das verfügbare Einkommen auch dann nicht aus, setzt sich der Vorrang der Kinder im Sinne von Anm. 5 Abs. 1 durch. Gegebenenfalls erfolgt zwischen den erstrangigen Unterhaltsberechtigten eine Mangelberechnung nach Abschnitt C.

2.
Die Richtsätze der 1. Einkommensgruppe entsprechen dem Mindestbedarf in Euro gemäß § 1612 a BGB. Der Prozentsatz drückt die Steigerung des Richtsatzes der jeweiligen Einkommensgruppe gegenüber dem Mindestbedarf (= 1. Einkommensgruppe) aus. Die durch Multiplikation des gerundeten Mindestbedarfs mit dem Prozentsatz errechneten Beträge sind entsprechend § 1612 a Abs. 2 S. 2 BGB aufgerundet.

 


1
Die neue Tabelle nebst Anmerkungen beruht auf Koordinierungsgesprächen, die unter Beteiligung aller Ober-landesgerichte und der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages e.V. stattgefunden haben.


 

Anhang: Tabelle Zahlbeträge

 
Die folgenden Tabellen enthalten die sich nach Abzug des jeweiligen Kindergeldanteils (hälftiges Kindergeld bei Minderjährigen, volles Kindergeld bei Volljährigen) ergebenden Zahlbeträge. Bei der Anwendung des § 1612 b Abs. 1 BGB ist für die Zeit bis zum 31.Dezember 2015 weiterhin Kindergeld von monatlich 184 EUR für erste und zweite Kinder, 190 EUR für dritte Kinder und 215 EUR für das vierte und jedes weitere Kind maßgeblich.

1. und 2. Kind 0 – 5 6 – 11 12 – 17 ab 18 %
1. bis 1.500 236284348320100
2. 1501 – 1900253303370346105
3. 1901 – 2300269322392371110
4. 2301 – 2700286341414396115
5. 2701 – 3100302360436421120
6. 3101 – 3500328390472462128
7. 3501 – 3900355420507502136
8. 3901 – 4300381450542542144
9. 4301 – 4700407480577583152
10. 4701 – 5100433510612623160

 

3. Kind 0 – 5 6 – 11 12 – 17 ab 18 %
1. bis 1.500 233281345314100
2. 1501 – 1900250300367340105
3. 1901 – 2300266319389365110
4. 2301 – 2700283338411390115
5. 2701 – 3100299357433415120
6. 3101 – 3500325387469456128
7. 3501 – 3900352417504496136
8. 3901 – 4300378447539536144
9. 4301 – 4700404477574577152
10. 4701 – 5100430507609617160

 

Ab 4. Kind 0 – 5 6 – 11 12 – 17 ab 18 %
1. bis 1.500 220,5268,5332,5289100
2. 1501 – 1900237,5287,5354,5315105
3. 1901 – 2300253,5306,5376,5340110
4. 2301 – 2700270,5325,5398,5365115
5. 2701 – 3100286,5344,5420,5390120
6. 3101 – 3500312,5374,5456,5431128
7. 3501 – 3900339,5404,5491,5471136
8. 3901 – 4300365,5434,5526,5511144
9. 4301 – 4700391,5464,5561,5552152
10. 4701 – 5100417,5494,5596,5592160